Workshop-Abstracts

1. Teil Freitag + 2. Teil Samstag | 3UE Kurzworkshop Freitag oder Samstag

Workshop 1                 6UE 1. Teil Freitag + 2. Teil Samstag
Therapien beenden und Ausblick auf alternative Hilfsangebote
Ruth Kohlhas, Hamburg
Nicht immer sind psychotherapeutische Behandlungen erfolgreich. Ob im stationären oder ambulanten Rahmen – es gibt Menschen, die von Therapie nicht ausreichend profitieren. Der Workshop soll unterstützen, herauszufinden, in welchen Fällen ein Abbruch der Behandlung durch die Therapeut*in sinnvoll oder sogar zwingend notwendig sein kann. Ist die Entscheidung getroffen, bringt die Beendigung von Behandlungen einige Herausforderungen mit sich. Praxisorientiert und nah am Arbeitsalltag soll in dem Workshop „Wenn Psychotherapie nicht hilft – Therapien beenden und Ausblick auf alternative Hilfsangebote“ anhand eigener Fallbeispiele geübt werden, wie eine Psychotherapie durch die/den Behandler*in beendet werden kann. Mithilfe praktischer Tipps, Anregungen zu konfrontativen Strategien und einer offenen und transparenten Kommunikation sollen eigene Wege gefunden werden, sich den Herausforderungen im Umgang mit erfolglosen Behandlungen stellen zu können. Zudem soll ein umfassender Ausblick auf das Hilfesystem geboten werden. Oft gibt es für Menschen, die von Psychotherapie nicht profitieren, gute und passende sozialpsychiatrische Angebote, wie Soziotherapie, ambulante sozialpsychiatrische Maßnahmen oder Beratungsstellen.

Workshop 2                6UE 1. Teil Freitag + 2. Teil Samstag
Selbsthilfetechniken – Skills und Stabilisierungstechniken im Einsatz
Stefanie Hormann, Offenbach
Die Phasen der Initialisierung, Aufrechterhaltung, Hemmung oder Adaptation einer Emotion unterliegen Regulationsprozessen, die sowohl intern oder extern als auch explizit bewusst oder automatisiert ablaufen können. Als Symptom verschiedenster psychischer Störungen zeigen sich im psychologischen sowie psychotherapeutischen Berufsalltag Schwierigkeiten der Emotionsregulierung bei einer Vielzahl von Klient:innen bzw. Patient:innen. Oft versuchen Betroffene, die Ausprägung, die Intensität oder die Dauer von Emotionen dysfunktional, selbstschädigend in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen. Durch die Anwendung von Skills und Stabilisierungstechniken können Betroffene lernen, z.B. soziale Kommunikationskonflikte, Dissoziationszustände oder Rückfallgefährdungen mittels zielführender, adaptiver Selbsthilfestrategien kontrolliert zu reduzieren.
In dem Workshop werden Varianten von Skills und Stabilisierungstechniken demonstriert, gemeinsam exploriert sowie praktiziert und Strategien vermittelt; unter anderem Achtsamkeitsübungen, Stresstoleranz-Skills und Anti-Dissoziationsübungen. Praktische Übungen anhand konkreter exemplarischer Situationen aus dem beratenden oder therapeutischen Setting (z.B. Anwendung „Notfallkoffer“) veranschaulichen die Selbsthilfetechniken.
Den Workshopteilnehmer:innen wird relevantes theoretisches und praktisches Basiswissen für Identifikation, Erprobung, Übung und Transfer adaptiver Selbsthilfetechniken bei akuten sowie chronifizierten Emotionsregulationsschwierigkeiten im psychologischen sowie psychotherapeutischen Kontext vermittelt. Dabei können gerne eigene Erfahrungen eingebracht und gemeinsam diskutiert werden. Videomitschnitte unterstützen die Weitergabe von Erkenntnissen aus der praktischen Anwendung.

Workshop 3                6UE 1. Teil Freitag + 2. Teil Samstag
Selbstfürsorge? Die Zeit nehme ich mir!
Wege zu mehr Selbstfürsorge für Patient*innen und Therapeut*innen
Sebastian Ludwig, Lübeck
Der Workshop wird zweigeteilt sein: 1.Teil Patient*innenselbstfürsorge: Wie können wir unsere Patient*innen unterstützen, selbstfürsorglich zu handeln? (am Freitag); 2. Teil Therapeut*innenfürsorge: Wie können wir selbst gut für uns sorgen? (am Samstag) Dieser Workshop bietet eine Plattform, das eigene Repertoire an Selbstfürsorge- und Motivationstechniken zu reflektieren und einzubringen sowie über Hürden und Widerstände – eigene und auf Patient*innenseite – in den Austausch zu gelangen. Es wird auch Zeit für ein gemeinsames Üben von eingebrachten und vorgestellten Techniken reserviert ein.

Workshop 4                6UE 1. Teil Freitag + 2. Teil Samstag
Virtual Reality in der Behandlung von Angststörungen
Julia Rosenbaum, Halle
Der Workshop bietet eine interaktive Erkundung der Anwendung von virtueller Realität (VR) in der Behandlung von Angststörungen. In diesem praxisorientierten Workshop werden die Teilnehmer*innen die Wirkung von VR erleben und verstehen, wie diese Technologie dazu beitragen kann, herkömmliche Therapieansätze zu erweitern. Der Workshop zielt darauf ab, die Teilnehmer*innen mit konkreten Einblicken und Werkzeugen auszustatten, um VR effektiv in ihre therapeutische Praxis integrieren zu können.

Workshop 5                 3UE Kurzworkshop | Freitag oder Samstag buchbar
Traumasensitives Yoga – ein körperorientierter Ansatz zur Stärkung der Selbstwirksamkeit
Katrin Summa, Berlin
Ein praktischer und theoretischer Einblick ins Traumasensitive Yoga. Dieser körperorientierte Ansatz schult sanft und achtsam die körperliche Wahrnehmung, stärkt Ressourcen und schafft Momente der Sicherheit und Entspannung. Die Teilnahme ist in Alltagskleidung möglich.

Workshop 6                 3UE Kurzworkshop | Freitag oder Samstag buchbar
Ich als professionell handelnde Person in der Organisation
Simon Ohs, Berlin
Wer kennt es nicht? Arbeit nervt. 
Doch hat das wirklich nur mit mir selbst zu tun? Was ist dem Geiste der Organisation inhärent?
Nach dem Vorbild des Erfahrungslernens in der gruppendynamischen Trainingsgruppe wird die eigene berufliche Identität hinsichtlich persönlicher Wertvorstellung und Haltung, der Umgang mit Stress und Unterschieden und die Rollenklärung im Kontext Klinik hinsichtlich Möglichkeiten und Grenzen behandelt. Das Setting ist dabei die Gruppe. Die TeilnehmerInnen werden dazu animiert, ihre eigenen Erfahrungen, Erlebnisse und Vorstellungen in der Gruppe zu teilen und gemeinsam darüber zu reflektieren. Ziel des Workshops ist es, sich als professionell handelnde Person und damit als RollenträgerIn in organisationsspezifischen Situationen zu erkennen und damit Resilienz gegenüber dem oft herausfordernden Berufsalltag zu erlangen.

Workshop 7                 3UE Kurzworkshop | Freitag oder Samstag buchbar
Selbsthilfe – selbst gemacht. Ein Erfahrungsworkshop für Fachkräfte
Johanna Schittkowski, Berlin
Schon mal an Selbsthilfegruppen gedacht?
In der Vielfalt der Angebote für Patient*innen mit (chronischen) somatischen oder psychischen Erkrankungen und deren Angehörige tut sich die gesundheitsbezogene Selbsthilfe als vierte Säule im Gesundheitswesen hervor. Sie kann einen Übergang zwischen den Sektorengrenzen schaffen. Sie kann Menschen bestärken, sich aktiv bei ihrer Genesung bzw. dem Leben mit einer chronischen Erkrankung einzubringen. Sie kann Betroffene und Angehörige entlasten und präventiv bezüglich einer Verschlechterung der Symptomatik wirken. Und das alles sehr niedrigschwellig, flächendeckend und für die Nutzer*innen kostenfrei. Dennoch wissen noch wenige, dass es die Selbsthilfe gibt oder was genau dort geschieht.
In diesem Workshop machen wir die Selbsthilfe für Sie und mit Ihnen erlebbar. Wir überlegen gemeinsam, was gebraucht wird und wie die Schritte in die Selbsthilfe aussehen können. Und wir tragen Informationen und Kontaktmöglichkeiten für Sie als Fachkräfte zusammen.
So gehen Sie mit einem umfassenden „Werkzeugkoffer“ zurück in den Berufsalltag und können nun die Selbsthilfe aus einem besseren Verständnis heraus Ihren Patientinnen/Klientinnen empfehlen.

Workshop 8                 3UE Kurzworkshop | Freitag oder Samstag buchbar
Empowerment in der Krise: Eigenverantwortung stärken zur Bewältigung psychischer Notfallsituationen

Im Workshop werden wir uns damit beschäftigen, wie Behandler ihre Patienten dazu befähigen können, ihre eigenen Ressourcen zu mobilisieren, um psychischen Krisen mutig entgegentreten zu können. Angesichts der zunehmenden Belastungen und Herausforderungen, denen Menschen heutzutage gegenüberstehen, ist es von entscheidender Bedeutung, Strategien zu entwickeln, um die Selbstfürsorge, vor allem in Krisensituationen, zu fördern. Durch interaktive Diskussionen, praktische Übungen und Fallbeispielen werden die Teilnehmer mit wirksamen Interventionen vertraut gemacht, die darauf abzielen, die Übernahme von Eigenverantwortung, die Selbstwirksamkeit sowie die Fähigkeit zur Bewältigung von psychischen Krisensituationen zu stärken. Ziel ist es, ein tieferes Verständnis von Empowerment in Krisensituationen zu vermitteln.
Andrea Bollig, Berlin